Pressemitteilung zur Kundgebung am 26.08.2020

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Stadt verfehlt CO2 Reduktionsziele um fast 50% – Klimaschutz muss schneller und konkreter werden.
Aachener Zivilgesellschaft und Wissenschaftlerinnen fordern Verbesserungen und Konkretisierungen des integrierten Klimaschutzkonzeptes der Stadt Aachen.

Der Runde Tisch Klimanotstand und die Scientists for Future Aachen begrüßen, dass die Stadt Aachen bestehende Vorhaben zur CO2-Reduktion im Integrierten Klimaschutzkonzept (IKSK) weiterentwickelt und die Zivilgesellschaft in diesen Prozess teilweise einbezogen wurde. Momentan hat das IKSK den Charakter eines Grundsatzpapieres. Um von einem Grundsatzpapier zu einem konkreten Instrument zur Erreichung der Pariser Klimaziele zu werden, müssen die einzelnen Maßnahmen des Konzeptes in praktischen Umsetzungsschritten geplant und mit einem angemessenen Budget bedacht werden. Diese Konkretisierung muss schnellstmöglich erfolgen. Denn die Stadt Aachen hat die selbstgesteckten Ziele zur CO2-Reduktion in den letzten 30 Jahren um 48% verfehlt. Bei den aktuellen CO2 -Emissionen (2,139 Mio. t in 2018) wäre nach Aussage der Stadt das Aachener CO2-Budget (16,3 Mio. t) bereits 2028 aufgebraucht. Hier besteht dringender Handlungsbedarf um die Erderwärmung auf unter 1,5°C zu begrenzen.

Weiterhin kritisieren die Mitglieder des Runden Tisches, dass das Konzept deutlich unterambitioniert ist und mit den vorgeschlagenen Maßnahmen nicht annähernd das gesteckte Ziel zur Reduzierung der CO2 -Emissionen erreicht (769 000 t CO2 bis 2030). Die berechneten CO2 -Einsparungen durch die Maßnahmen erzielen nur 59% dessen, was die Stadt Aachen als ihren Anteil der nötigen Reduktionen zur Einhaltung der Paris-Ziele ansieht, wie die folgende Grafik verdeutlicht.

Das IKSK soll in der Ratssitzung am 26.8. verabschiedet werden. Detaillierte Kritikpunkte werden den Ratsmitgliedern vor der Sitzung mitgeteilt. Initiativen der Zivilgesellschaft und Wissenschaft fordern, dass der Rat einen klaren Auftrag an die Verwaltung formuliert, die konkrete Planung der einzelnen Maßnahmen unverzüglich vorzunehmen, damit finanzielle Entscheidungen für eine Umsetzung noch in diesem Jahr getroffen werden können. Außerdem wird eine kontinuierliche, unabhängige Kontrolle der Umsetzung und Zielerreichung gefordert, damit nicht wie in den vergangenen 30 Jahren die Ziele erneut deutlich verfehlt werden. In diese Prozesse soll die Zivilgesellschaft sowie Wissenschaft deutlich stärker als bisher einbezogen werden. Der Runde Tisch Klimanotstand sowie die Scientists for Future stehen dafür zur Verfügung. Der im IKSK vorgeschlagene Klimabeirat sollte umgehend eingesetzt und mit entsprechenden Kompetenzen besetzt und Entscheidungsbefugnissen ausgestattet werden.

Um die Stadt zu mehr Mut und Entschlossenheit für eine zügige und konsequente Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen aufzufordern, werden Vertreterinnen der oben genannten Organisationen zusammen mit anderen Initiativen am 26.8. um 16 Uhr vor dem Eurogress, wo die Ratssitzung ab 17 Uhr abgehalten wird, eine Kundgebung abhalten. Weitere Initiativen und Bürgerinnen sind herzlich eingeladen sich daran zu beteiligen. In der (anschließenden) Einwohnerfragestunde zu Beginn der Ratssitzung können Bürgerinnen Fragen zum IKSK sowie anderen Themen der Ratssitzung stellen.

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